Wir trainieren in unserem Verein Sportler von 4-30 Jahren in 8 verschiedenen Gruppen, die aktiv an Wettkämpfen teilnehmen. Dazu kommen Duos und Einzeltänze. Jeder Trainer ist im Schnitt 2-5 Stunden pro Woche im Training. Das klingt erst mal nach nur ein paar Stunden und das kann ja nicht so schwer sein, sich das einzurichten. Zumal wir unseren Sport ja lieben.
Aber hinter diesem Ehrenamt steckt so viel mehr.
Verantwortung, Organisation, Geduld, Herzblut, Verzicht.
Während andere nach der Arbeit oder Schule abschalten, die „Freizeit“ genießen, beginnt für uns oft erst der zweite Teil des Tages. Wir müssen das ein oder andere Mal darum kämpfen, damit wir pünktlich im Training sein können. Wir verzichten auf Geburtstagsfeiern und Ausflüge, nehmen uns sogar Urlaub, um an den Wettkämpfen für unsere Kinder da zu sein.
Nicht jeder versteht, wie wichtig uns das ist. Außenstehende sprechen uns die Wichtigkeit gerne ab, schließlich ist es ja „nur ein Hobby“. Aber für uns ist es das eben nicht. Und für viele Kinder und Jugendliche auch nicht. Für viele ist es ein ganz besonderes Hobby. Ein Ausgleich zur Schule, Freunde treffen, gemeinsam etwas erreichen.
Als Trainerinnen stehen wir nicht nur in der Halle und leiten Übungen an. Wir planen Trainings, bereiten Stunden vor, kümmern uns um jede einzelne Altersgruppe individuell, versuchen, jedem Kind gerecht zu werden. Die Sportlerinnen brauchen Geduld, Motivation, Zuspruch, Nähe, Vertrauen und Verständnis, manchmal auch jemanden, der einfach nur zuhört.
Manchmal wird man als Trainerin zu einer Bezugsperson, die über das Hobby hinaus wichtig ist.
Dazu kommen die Kommunikation mit den Eltern, Organisation der Veranstaltungen und Fahrten, spontane Änderungen und Unvorhergesehenes.
Wir sind Taxi, Packesel, Berater, Tränentrockner, Clown, Sänger, Designer, Regisseur, Bote…
Wir investieren Freizeit, Energie und Nerven und das alles neben unserem Alltag mit Schule, Arbeit, Haushalt und dem eigenen Leben.
Viele sehen nur die paar Stunden Training, kaum einer die Zeit davor und danach.
Niemand sieht die Gedanken, die wir uns um die Kinder machen, wenn eines mal traurig ist, Probleme hat oder an sich zweifelt. Niemand sieht, wie oft man selbst müde ist, im Training aber trotzdem versucht, alles zu geben, weil die Kinder sich darauf freuen.
An alle Trainer der Leuner Vereine: Ihr seid toll !
